Der Klassenkampf ist die entscheidende unmittelbare Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung in allen Klassengesellschaften.
Er ist die notwendige Folge des Klassenantagonismus und der daraus entspringenden gegensätzlichen Klasseninteressen zwischen den Grundklassen einer ökonomischen Gesellschaftsformation der Ausbeutergesellschaft. Er ist hier eine objektive Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Lehre von den Klassen und vom Klassenkampf ist untrennbarer Bestandteil des Marxismus-Leninismus.
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Der Klassenkampf, den das Proletariat in der kapitalistischen Gesellschaft um seine Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung führt, hat drei Grundformen, die einander ergänzen und eine Einheit bilden: den ökonomischen, den politischen und den ideologischen Kampf.
Der ökonomische Kampf der Arbeiterklasse ist erforderlich, um ihre materielle Lage zu verbessern, ihre sozialen Errungenschaften zu sichern und immer mehr Werktätige zu organisieren, ihr Klassenbewusstsein zu formen und sie an den politischen Kampf heranzuführen. Doch kann der ökonomische Kampf allein die grundlegenden Interessen der Arbeiterklasse nicht durchsetzen, weil er die Grundlagen der kapitalistischen Gesellschaft nicht antastet. Aus der Dialektik des Klassenkampfes im staatsmonopolistischen Kapitalismus ergibt sich, dass sich gewisse von der Arbeiterklasse erkämpfte Verbesserungen ihrer Lage erst dann als Schritt zur Einschränkung der Macht der Monopole und zur Befreiung der Arbeiterklasse auswirken können, wenn der Kampf um Reformen mit dem grundsätzlichen Kampf gegen die Herrschaft des Monopolkapitals verbunden wird. Die Beschränkung des Klassenkampfes auf seine ökonomische Grundform ist für den Reformismus und den Opportunismus charakteristisch.
Die entscheidende Form des Klassenkampf ist der politische Kampf, weil nur durch ihn die Macht der Bourgeoisie gestürzt und die Herrschaft der Arbeiterklasse errichtet werden kann. Der politische Kampf muss bis zu diesem Ziel geführt werden, anders kann die Arbeiterklasse ihre Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung nicht erreichen (siehe: Diktatur des Proletariats}. Der politische Kampf der Arbeiterklasse kennt viele Formen, z.B. Demonstrationen, Protestkundgebungen, politische Streiks, Wahlen, parlamentarische Arbeit, Generalstreik und bewaffneten Kampf, die je nach den konkreten historischen Bedingungen angewandt werden.
Die Aufgabe des ideologischen Kampfes besteht darin, die bürgerliche Ideologie, die auf die Arbeiterklasse einen ständigen Druck ausübt, zurückzudrängen und die Arbeiterklasse zum Bewusstsein ihrer historischen Mission zu führen. Der ideologische Kampf, der gegenwärtig an Bedeutung zunimmt, muss mit den ökonomischen und politischen Formen des Klassenkampf eine Einheit bilden.
Der Klassenkampf der Arbeiterklasse wird von der marxistisch-leninistischen Partei auf der Grundlage einer wissenschaftlich ausgearbeiteten Strategie und Taktik geführt. Die allgemeine, in der gegenwärtigen Epoche erforderliche Strategie des Klassenkampf der sozialistischen Länder und des proletarischen Klassenkampf in den kapitalistischen Ländern, des Kampfes um nationale Befreiung in den vom Imperialismus noch abhängigen Staaten, um sozialen Fortschritt in den befreiten Nationalstaaten legten die kommunistischen und Arbeiterparteien nach gemeinsamer Beratung in den Dokumenten der Internationalen Beratung der kommunistischen und Arbeiterparteien, 1969, fest. Danach ist das Hauptkettenglied der gemeinsamen Aktionen der antiimperialistischen Kräfte der Kampf um den Frieden, gegen die Gefahr eines Kernwaffenkrieges. Auf dieser Grundlage entwickeln die einzelnen marxistisch-leninistischen Parteien entsprechend den konkreten Bedingungen ihres Landes selbständig ihre Strategie und Taktik und wenden die jeweils geeigneten Kampfformen an. Dabei werden unter Führung der Arbeiterklasse in zunehmendem Maße auch nichtproletarische werktätige Schichten und sogar bestimmte nichtmonopolistische bürgerliche Kräfte in den Kampf gegen die herrschenden kapitalistischen Monopole einbezogen Bündnispolitik. Das bedeutet wiederum wachsende objektive Möglichkeiten für breite antimonopolistische Bündnisse.
Die Vertiefung der imperialistischen Widersprüche verstärkt die Labilität des imperialistischen Herrschaftssystems. Der Kampf der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten in den kapitalistischen Ländern, der antiimperialistischen Kräfte, um nationale Befreiung der noch unterdrückten Völker und die Gegenaktionen der imperialistischen Kräfte sind ein Zeugnis der Zuspitzung des Klassenkampf Die Tatsachen zeigen, dass es der Monopolbourgeoisie immer schwerer fällt, ihre Macht mit den bisherigen Mitteln aufrechtzuerhalten. Sie ist bestrebt, die bürgerlich-demokratischen Rechte und Freiheiten abzubauen und faschistische Herrschaftsmethoden anzuwenden, aber andererseits den Schein von sozialem Gewissen aufrechtzuerhalten. Das findet z. B. darin seinen Ausdruck, dass rechte sozialdemokratische Führer Regierungsgeschäfte ausüben, um die werktätigen Massen besser über die wahren Ziele der Politik täuschen zu können. Für den Klassenkampf bestehen heute in den imperialistischen Ländern komplizierte Bedingungen, weil einerseits die sozialen und politischen Möglichkeiten zur Einschränkung und Überwindung der Macht der Monopole wachsen, aber andererseits die Anpassungspolitik des Imperialismus auch viele taktische Probleme der Führung des Kampfes gegen den Imperialismus aufwirft. Die Dialektik des Klassenkampf, die hohe Anforderungen an eine prinzipienfeste und zugleich elastische Politik der kommunistischen und Arbeiterparteien stellt, setzt sich in der internationalen Klassenauseinandersetzung zwischen den beiden Gesellschaftssystemen, dem Sozialismus und dem Kapitalismus, fort.
Der Klassenkampf des Proletariats und seiner Verbündeten erreicht seinen Höhepunkt in der sozialistischen Revolution, in der die politische und ökonomische Macht der Bourgeoisie beseitigt und die Herrschaft der Arbeiterklasse errichtet wird. Nachdem die Arbeiterklasse die politische Macht erobert hat, bleibt der Klassenkampf der Arbeiterklasse und aller Werktätigen gegen die gestürzten Ausbeuterklassen in der Übergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus noch eine wichtige Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung, wobei er völlig neue Formen annimmt. Erst mit dem Sieg des Sozialismus auf ökonomischem, politischem und ideologischem Gebiet und der sich damit entwickelnden politisch-moralischen Einheit des Volkes verschwinden die objektiven Ursachen des Klassenkampf innerhalb der neuen Gesellschaft.
Nach dem Entstehen sozialistischer Staaten und des sozialistischen Weltsystems entwickelte sich der Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie im internationalen Maßstab, weil sich nunmehr sozialistische und kapitalistische Staaten gegenüberstanden. Der Hauptinhalt dieses Klassenkampf, der ebenfalls ökonomisch, politisch und ideologisch geführt wurde, bestand darin, durch die allseitige ökonomische, politische und militärische Stärkung der sozialistischen Staaten und der sozialistischen Staatengemeinschaft das internationale Kräfteverhältnis ständig zugunsten des Sozialismus zu verändern, durch eine aktive Politik der friedlichen Koexistenz dafür günstige äußere Bedingungen zu schaffen, internationale Solidarität mit den um ihre Freiheit kämpfenden Völkern zu üben und durch eine prinzipielle Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Ideologie zur weltweiten Offensive des Marxismus-Leninismus beizutragen.
Gegenwärtig nimmt besonders der ideologische Klassenkampf an Bedeutung zu.